Pius Heinz vs. Rest der Welt – Der WSOP-Finaltisch 2011!

Posted: 5. November 2011 in Poker
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Es ist wieder soweit! Am 6. November beginnt in Las Vegas das Finale der diesjährigen World Series of Poker. Bevor ich etwas auf die neun Spieler eingehe, die am Finaltisch sitzen werden, hier ein paar Zahlen:

Spieler im Hauptturnier: 6865 (drittgrößtes Feld nach 2006 und 2010)

Einsatz: 10.000 $

Preispool: 64.531.000 $

Siegprämie: 8.711.956 $

Blinds bei “Wiederanpfiff”: 250.000/500.000

Chips im Spiel:  ~206 Mio.


Nun mal zu den einzelnen Spielern:

Seat 1 – Matt Gianetti, 26, Las Vegas, USA – 24,75 Mio. Chips

Der amerikanische Pokerprofi Matt Gianetti geht als Dritter in Chips an den Finaltisch – was vorher nicht unbedingt abzusehen war, da er lange Zeit eher wenig Chips hatte und während dem Spiel zu zehnt auch zweimal all-in war, jedoch seine Chips in beiden Fällen verdoppeln konnte (beide Male mit J-J, einmal gegen K-9 und das andere Mal gegen A-10. Er kann also froh sein, dass er noch dabei ist, ist jedoch gleichzeitig in einer guten Ausgangslage für das Finale.

Seat 2 – Badih “Bob” Bounahra, 49, Belize – 19,7 Mio. Chips

Er ist der einzige Nichtprofi unter den neun Verbliebenen, und hat sich in den letzten Tagen des Turniers (8 Tage haben alle gespielt) mehr oder minder durchgemogelt. Er stammt ursprünglich aus dem Libanon und ist daher schon prädestiniert in seiner Rolle als Paradiesvogel am Tisch. Er wird von den meisten als der schwächste Spieler der neun eingeschätzt. Mit fast 50 ist er auch der älteste Spieler am Tisch.

Seat 3 – Eoghan O’Dea, 26, Dublin, Irland – 33,9 Mio. Chips

De junge Ire ist nicht der erste in seiner Familie, der am Finaltisch der WSOP sitzt. Auch sein Vater, Donachan O’Dea, saß 1983 und 1991 bereits unter den Top 9 (wobei damals die Anzahl der Spieler mit 108 bzw. 215 noch deutlich geringer war). Sein Spiel wirkte bis dahin grundsolide, kontrolliert und ohne größere Fehler. Da er Zweiter in Chips ist, hat er auch in dieser Hinsicht eine gute Ausgangsposition für das Finale.

Seat 4 – Phil Collins, 26, Las Vegas, USA – 23,9 Mio. Chips

“Den Namen kenn’ ich doch, aber das Bild passt nicht dazu”. Dass er Namensvetter von Sänger Phil Collins ist, nutzten auch seine Fans, nach vielen gewonnen Pots stimmten sie den Song “In the Air tonight” an. Das geht it der Zeit gewaltig auf die Nerven, vor allem da kaum einer seiner Fans wirkliches Gesangstalent zu haben scheint.

Collins selbst spielt hauptsächlich online unter dem Namen “USCphildo”, das Erreichen des Finaltisches ist aber sein bis dahin finanziell größter  Erfolg. Mit seinem aggressiven Spiel kann er wohl oft Chips einsammeln, doch ob es ganz nach vorne reicht, ist fraglich.

Seat 5 – Anton Makiievskyi, 21, Dnjeprpetrowsk, Ukraine – 13,8 Mio. Chips

Trotz seiner “nur” knapp 14 Millionen Chips muss auf Anton gut geachtet werden: Lange Zeit war er an Tag 8 Chipleader gewesen, hatte durch gute Moves seinen Stack auf zeitweise fast 35 Millionen ausbauen können, war dann aber während des Spiels zu zehnt etwas unter die Räder gekommen. Dennoch: Sollte er verdoppeln oder auf sonstigem Weg seine Chipmenge vergrößern können, ist er ein ganz heißer Kandidat für die Top 3 – vorausgesetzt, einer seiner mutigen Moves geht nicht nach hinten los.

Das Gesülze von Phil Hellmuth kann man sich sparen ;-)

Seat 6 – Sam Holden, 22, Canterbury, England – 12,3 Mio. Chips

Er ist am Finaltisch der Shortstack, ist aber mit 24 Big Blinds nicht direkt bedroht. Von seinem Spiel hat man in der bisherigen Berichterstattung von ESPN nur sehr wenig gesehen, daher ist er wohl so etwas wie ein “unbeschriebenes Blatt”. Wie weit es bei ihm gehen kann, hängt wohl auch von der Anfangsphase ab. Viel mehr kann ich zu ihm auch nicht sagen.

Seat 7 – Pius Heinz, 22, Köln, Deutschland – 16,25 Mio. Chips

Pius Heinz ist der erste in Deutschland geborene Spieler am Finaltisch des Main Events (Henry Nowakowski, der 2001 Siebter wurde und offiziell als Deutscher geführt wird, ist gebürtiger Ösi). Bis vor kurzem studierte er noch in Köln an der Fresenius-Hochschule Wirtschaftspsychologie, doch das Studium legte er vorerst auf Eis, und je nachdem wie es am Sonntag läuft, könnte dieser Zustand noch länger anhalten. Auch er hatte zu einem früheren Zeitpunkt schon über 25 Millionen Chips vor sich stehen, konnte aber am Ende glücklich sein,noch dabei zu sein:

Zusammen mit Makiievskyi ist er wohl der aggressivste Spieler am Tisch, und wird wohl nicht zögern, seine Chips einzusetzen. Mögen ihm die Karten gnädig sein! ;)

Seat 8 – Ben Lamb, 26, Tuska, USA – 20,9 Mio. Chips

Dieser Kerl hat vielleicht den Lauf seines Lebens. Nachdem er in den ersten 5 Turnieren, die er bei der WSOP 2011 gespielt hat, immer die Preisgeldränge verpasst hatte, drehte er gewaltig auf:

2. Platz beim 3.000$-Omaha Turnier: 260.000$
1. Platz beim 10.000$-Omaha-Turnier: 810.000$
12. Platz beim 10.000$-Holdem-Event: 56.000$
8.Platz beim 50.000$-8-Game-Turnier: 200.000$

Und nun beim Hauptevent auch noch am Finaltable, d.h. weitere 780.000$ bereits sicher. Sollte er auch hier triumphieren, hätte er ziemlich genau 10 Millionen Dollar abgeräumt. Und so wie es bei ihm läuft, ist das nicht auszuschließen. Chips genug hat er dazu.

Seat 9 – Martin Staszko, 35, Třinec, Tschechien – 40,2 Mio. Chips

Er ist der Chipleader, wenn es am Sonntag weitergeht. Während der Bubblephase (d.h. kurz vor den Preisgeldrängen) war er runter auf 12.000 Chips, und das bei Blinds von 2.500/5.000! Auch bei 18 Spielern hatte er vergleichsweise wenig Chips, doch je mehr sich der Tag dem Ende neigte, umso mehr Chips konnte er einsammeln. Als sich die letzten zehn Spieler am einzelnen Tisch versammelten, hatte Staszko zum Vergleich erst 27 Millionen, konnte seinen Stack also in dieser Phase noch einmal um 50% ausbauen. Wenn er so weitermacht, hat er gute Chancen auf die Top 3, ob es letztendlich für den Titel reicht, wage ich aber irgendwie zu bezweifeln.


Der durchschnittliche Stack beträgt etwa 22 Millionen, also etwa 44 Big Blinds. Das ist nicht viel, aber die Chips sind zwischen den Spielern deutlich gleichmäßiger verteilt als in den letzten Jahren. Es gibt keinen Spieler, der weit weg vom Rest im Chipstand ist, also kann es möglicherweise gleich von Anfang an losrappeln, da keiner wirklich auf das Ausscheiden eines anderen warten kann. Außerdem ist es der mit sieben verschiedenen Nationen internationalste Finaltisch aller Zeiten. Und hier nun zum Schluss mein Tipp:

1. Heinz
2. Lamb
3. O’Dea
4. Stazsko
5. Collins
6. Makiievskyi
7. Gianetti
8. Bounahra
9. Holden

Ihr könnt ja gern euren Tipp als Kommentar hinterlassen ;)

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